Detlef Parr, FDP -

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Mittwoch, 8. September 2010

Medikamente

 

Ein oft unterschätztes Problem ist die Medikamentenabhängigkeit. Diese Suchtkranken fallen im Alltag kaum auf. Sie werden öffentlich meist nicht als Abhängige wahrgenommen. Erhebungen des Bundesministeriums für Gesundheit gehen von 1,9 Millionen medikamentenabhängigen Menschen aus. Es gibt doppelt so viele Frauen wie Männer, die medikamentenabhängig sind.


Da diese Sucht eine sehr leise und unauffällige ist, wird die Abhängigkeit erst in einem sehr späten Stadium erkannt. Primär handelt es sich bei den Präparaten um Medikamente mit psychoaktiver Wirkung (Schmerzmittel, Schlaf- und Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Neuroleptika, etc.). Besorgniserregend ist auch der große Anteil der über 60jährigen. Im Jahre 2000 waren nur knapp 9.000 der 1,9 Millionen Medikamentenabhängigen in einer stationären Entzugsbehandlung.


In der Aus- und Fortbildung insbesondere der Ärzte und Apotheker müssen die Suchtgefahren, die in Medikamenten stecken, mehr ins Blickfeld gerückt werden, um besonders Ärzte, Apotheker, Psychotherapeuten sowie Sozialarbeiter in diesem Zusammenhang als Multiplikatoren zu nutzen. Das Angebot zur Behandlung und Betreuung Medikamentenabhängiger ist auszubauen.


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