Tag 5
Donnerstag, 21. August - Das Olympische Dorf
Mit der Ratinger Siebenkämpferin Jennifer Oeser (TSV Bayer 04 Leverkusen) war ich in der Mensa des Dorfes Mittagessen und ließ mir über ihre Erfahrungen im olympischen Siebenkampf aus erster Hand berichten.
Eines ist gewiss: Das Ratinger Mehrkampfpublikum kann es ohne weiteres mit dem Olympiapublikum hier vor Ort aufnehmen. Zwar seien die Chinesen im Stadion immer bei der Sache gewesen, doch haben die Ratinger enthusiastischer die Wettkämpfe verfolgt.
Jennifer Oeser zeigte zudem Genugtuung, dass die umfangreichen Dopingkontrollen greifen. Ihre ukrainische Teamkollegin und Silbermedaillengewinnerin, Ludmilla Blonska, wurde in der A-Probe positiv auf Steroide getestet. Sollte die B-Probe ebenfalls positiv ausfallen, droht dieser Athletin eine lebenslange Sperre.
Zudem ergaben sich im Olympischen Dorf interessante Gespräche mit dem deutschen Chef de Mission, Michael Vesper sowie mit Bernhard Schwank und Jürgen Ziegler (beide zuständig für den Leistungssport im DOSB).
Kurz vor Ende der Spiele zogen wir eine kleine Bilanz über das bisherige Abschneiden unserer Athletinnen und Athleten. Natürlich hoffen wir bis Sonntag noch auf weitere Medaillen. Auch in der Leichtathletik dürfte vielleicht doch noch das ein oder andere Edelmetall drin sein.
Nach Ende der Spiele muss ein kritischer Blick auf die Spitzenförderung geworfen werden. Hier ist ein internationaler Vergleich sinnvoll und vonnöten. Die internationale Konkurrenz wird immer größer und wir dürfen den Anschluß an die Spitzennationen nicht verpassen. Ich werde mich dafür einsetzen, das ein solcher Vergleich im Sportausschuss diskutiert wird.


